Patrozinium in der Pfarre Hippach

Die Pfarre Hippach feierte am Sonntag, 8. Februar 2026, ihr Patrozinium zu Ehren der heiligen Bischöfe Ingenuin und Albuin.

Ingenuin wirkte als Bischof in Säben oberhalb von Klausen und setzte sich mit großem Eifer für die Ausbreitung des Christentums in den Gebirgstälern Tirols ein, auch in schweren Zeiten von Einfällen der Langobarden und Bajuwaren, in denen er sein Bistum zeitweise verlassen musste. Albuin, aus dem Geschlecht der Aribonen und mit dem heiligen Kaiser Heinrich II. verwandt, verlegte um das Jahr 990 den Bischofssitz von Säben nach Brixen und starb hochverehrt am 5. Februar 1006; gemeinsam mit Ingenuin wurde er später zum Stadtpatron von Brixen erwählt. Beide heiligen Bischöfe werden als gute Hirten verehrt, die treu der Lehre Christi, furchtlos im Bekenntnis des Glaubens und als Förderer des Friedens ihre Herde begleiteten und so bis heute als Vorbilder für das kirchliche Leben in Hippach gelten.

Vor diesem Hintergrund feierte die Pfarrgemeinde bereits zum fünften Mal mit Pfarrer Piotr ihr Patrozinium in der jetzigen Form und nahm den Festtag zum Anlass, dankbar auf die vergangenen Jahre zurückzuschauen und die Zukunft der Pfarre neu unter den Schutz der beiden Patrone zu stellen. In seiner Predigt erinnerte der Pfarrer an die herausfordernden Anfänge seines Dienstes in Hippach und an das Wort „Wir haben uns nicht ausgesucht. Wir wurden uns geschenkt“, das auf seiner ersten Gottesdienstordnung stand und ihm zu einer Art Programm geworden ist. Gerade im Rückblick erkannte er darin Gottes Plan, der Pfarrer und Gemeinde zusammengeführt hat, und dankte den Pfarrpatronen Ingenuin und Albuin für ihre Fürsprache, die ihn und viele Gläubige durch die erste Zeit getragen hat.

Sehr persönlich bekannte der Pfarrer, dass er sich heute in Hippach zu Hause fühlt und die Pfarre als seine Familie erlebt. Er betonte, dass er zwar kein „makelloser Hirte“ sei, aber von Herzen sein Bestes gebe, um den Menschen nahe zu sein – in Krankheit, Leid und Trauer ebenso wie bei freudigen Anlässen, Festen und Begegnungen im Alltag. Er erzählte, dass er täglich an seine Pfarrgemeinde denkt, für sie betet und sich vorgenommen hat, abends geistlich „von Fenster zu Fenster“ zu gehen, um die Menschen zu segnen – inspiriert von einem Pfarrer, mit dem er früher zusammengearbeitet hat.

Ein großer Teil der Predigt war dem Dank gewidmet. Der Pfarrer nannte all jene, die das Leben der Pfarre prägen und tragen: die Mitglieder von Pfarrgemeinde‑ und Pfarrkirchenrat, die Mitarbeiterinnen im Pfarrbüro, jene, die ihn in der Seelsorge unterstützen, die Mesnerinnen und Mesner, die Ministrantinnen und Ministranten, die Organisten und weiteren Kirchenmusikschaffenden. Ebenso gedachte er der vielen helfenden Hände, die im Hintergrund für Blumenschmuck, Kirchenwäsche, Sauberkeit, Widum und Garten sorgen, und sprach allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“ aus.

Zugleich beschrieb er die Pfarre als ein Haus, das – wie jedes andere – immer wieder renoviert, umgebaut und erneuert werden muss. Neben vielem, das gut gelingt und Früchte trägt, gebe es Bereiche, die eher einer Baustelle gleichen, gerade was Strukturen, Engagement und konkrete Umsetzung betreffe. Deshalb rief er die Gläubigen eindringlich zu Präsenz und Mitverantwortung auf: Es gehe um das gemeinsame Zuhause der Pfarrgemeinde, und das dürfe niemandem gleichgültig sein.

Sorge bereitete dem Pfarrer vor allem die sinkende Zahl an Gottesdienstbesuchern, besonders unter Kindern und Jugendlichen, sowie eine oberflächlicher werdende Haltung zu den Sakramenten. Auch wenn diese Entwicklung viele Länder Westeuropas betrifft, dürfe man sich nicht damit abfinden oder in Gleichgültigkeit verfallen. Er appellierte eindringlich, den Glauben und die guten Traditionen der Vorfahren nicht aufzugeben, nicht jedem Trend der Zeit nachzulaufen und Gebet, Eucharistie und die Gebote Gottes neu zu entdecken, zu leben und an die nächste Generation weiterzugeben. Im Geist des Missionsauftrags Jesu erinnerte er daran, dass Priester und Seelsorger dazu gesandt sind, die Menschen zu Gott zu führen und sie nicht an sich selbst zu binden, und bat die heiligen Ingenuin und Albuin, ihn vor Fehlentwicklungen zu bewahren.

Nach der feierlichen Messfeier lud die Pfarre zu einer Agape ein, bei der Punsch, Glühwein, Kuchen und Jourgebäck angeboten wurden und viele Gottesdienstbesucher noch bei gemütlichem Beisammensein ins Gespräch kamen. Ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ gilt allen, die zur Gestaltung des Patroziniums beigetragen haben – in der Liturgie, in der Vorbereitung und Durchführung der Agape sowie im stillen Hintergrunddienst, durch den dieses Fest der Pfarrpatrone in Hippach zu einem Tag des Glaubens, der Gemeinschaft und der Ermutigung wurde.

Patrozinium in der Pfarre Hippach